Durch Dick und Dünn.

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Und da saß sie nun, mit überkreuzten Beinen auf dem Bett, und schaute mich erwartungsvoll an. Ich war ziemlich hereingestürmt, denn ich war spät dran. Ganze fünf Jahre zu spät. Wieso konnten wir uns nicht früher kennen lernen, fragte sie mit stummem Blick. Sie war jetzt fast dreißig. Ich drehte mich auf dem Stuhl, blickte im kleinen Zimmerchen umher und fühlte mich plötzlich wie in einer anderen Welt. Es war nicht groß, aber groß genug. Das breite Bett nahm den meisten Platz ein, die kleine Küche schmiegte sich an die Wand. Eine große Regalwand diente als Raumteiler. Es sah gemütlich aus, auch wenn alles in schwarzem Farbton gehalten war. Auffallend das Kissen mit dem Pferdekopf, das so gar nicht zur übrigen Einrichtung zu passen schien. Sie schaute mich immer noch an. Ihre Kleidung komplementierte die Einrichtung, schwarz wie die Nacht. Wir unterhielten uns, während sich der Parfümduft langsam verzog. Wir hatten eine Stadtbesichtigung geplant, wir gingen, wir schauten, wir kamen zurück. Es war spät geworden, ich hatte drei Stunden Fahrtzeit hinter mir, aber die Müdigkeit wich einer subtilen Aufregung. Sie musste es merken. Irgendwann war das Licht gelöscht, die Kerzen ausgeblasen, und dann war da nur noch der Atem von zwei Menschen zu hören. Etwas raschelte. Es raschelte noch einmal, und ich spürte eine Anwesenheit.

Ich wachte auf.

Es war, als wären wir uns auf der Straße begegnet, wollten grade zum Sprechen ansetzen, und waren dann aneinander vorbei gelaufen. Ich drehte mich noch einmal um, wartete, doch da war nur noch eine schemenhafte Figur, die rannte. Jil, sagte ich. Jil, meine Liebe, Du kannst vielleicht besser Schweigen als ich, aber ich kann besser Schreiben…

 

Fesseln der Zeit

Die Connichi ist zu Ende, ebenso wie das Jahr sich dem Ende zuneigt. Die bunten Figuren auf der Wiese vor dem Palais in Kassel zerstreuen sich langsam in alle Himmelsrichtungen. Die Convention war wieder ein voller Erfolg. Tausende kostümierte Wesen haben die Zeit angehalten und ein Universum erschaffen, vor dem selbst Michael Ende erblassen würde. »Wohin jetzt?« fragt sie, denn die letzten Sonnenstrahlen erwärmen die Steine des Vorplatzes. Sie rümpft die Nase, denn sie mag es nicht, wenn ich sie so anschaue. Ich hebe eine Augenbraue, dann lächeln wir uns an. Ihr Rock wippt als sie losläuft, und ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die schwarzen Samtschuhe klappern auf dem Asphalt. Ich folge, während sie fröhlich und ausgelassen den bekannten Weg einschlägt, den wir schon die letzten beiden Tage gelaufen sind. Ihre langen, kastanienbraunen Haare wehen an den Leuten vorbei, zunehmend weichen die Phantasiefiguren den Menschen des Alltags. Doch wir zwei sind noch in der Sphäre gefangen, sie wächst, wenn sich unser Abstand vergrößert, und schrumpft, wenn wir uns nahe kommen.

Bald ist die letzte Biegung erreicht, und das kleine Hotel mit dem klingenden Namen »Nirgendhaus« neigt sich uns entgegen. Nackte Haut blitzt auf, als sie die Treppe erklimmt. »Schokolaaade!!« quietscht es aus der offenen Zimmertür vor mir. Die Dame des Hauses hat das Zimmer hergerichtet und schon alles vorbereitet. Zwei schwarzbestrumpfte Beine wedeln durch die Luft, das Bett ächzt selbst unter der geringen Last des schlanken Körpers, als Nicole sich bäuchlings auf das Bett wirft und mich ein schokoladenverschmiertes Gesicht mit großen dunklen Augen angrinst. Ich verdrehte die Augen, mache brav alles sauber und lasse mich in den grünen Sessel fallen. Sie hat schon ein neues Spiel entdeckt. Ich bin erstaunt, welche Gelenkigkeit sie an den Tag legt, darüberhinaus bin ich noch erstaunter, dass das schwarzweiße Kostüm keinen Laut von sich gibt und von größter Handwerkskunst zeugt, während es sich anschmiegt und mich wie Sonnenstrahlen, die durchs dichte Laub fallen, blendet. Ich bin ob des Schauspiels gefesselt.

Es knallt, als die Tür plötzlich mit einem knarrenden Geräusch zufällt. Wir sitzen im Dunkeln. Der schwache Duft von Frühling hängt in der Luft, während sie schwer atmend zur Ruhe kommt. Das Bett knarrt erneut, diesesmal stärker. Zwei Schemen richten sich auf und nur ein leichtes Funkeln verrät den Augenblick. Stille. Eine ganze Weile. Dann, ein zarter Hauch, in einem Moment von Überraschung und Entspannung. Nichts ist zu erkennen. Wie zwei, die sich neu kennen lernen, ein Forscherpaar auf Entdeckungsreise am Vulkan. Die heißen Quellen sind schnell gefunden, aber die Landschaft ist mindestens genauso interessant. Das Kostüm ist wirklich nicht besonders dicht, obwohl es zur rechten Zeit verbirgt, ergibt es sich wohlwollend im Schutz der Dunkelheit. Der Stoff ist samtweich und hauchdünn, trotzdem wärmend und blickdicht. Sie räkelt sich, ich ahne es, und ich nutze die Gunst der Dunkelheit, verbreite einen Moment der Unruhe, bis ich wieder ausgestreckt daliege und die Ausläufer des Kleides an meiner Haut spüre. Der unausgesprochenen Einladung folgend höre ich einen tiefen, langen glockenähnlichen Ton, der aus weiter Entfernung zu kommen scheint, aus der Mitte allen Seins, das mich bis dahin umgeben hat. Die Nacht bricht über uns herein, während der Ton sich einem Herzschlag ähnlich wiederholt und dabei immer unhörbarer wird, obwohl er bald lauter ist als alle Geräusche der Nacht zusammen.

Hasenbraten

> hey es heist im i-bau hats gebrannt!
> O.O siehst Du die Flammen schlagen? Hat es schon um sich gegriffen? Nicht auszudenken, falls die Wiese abfackelt.
> hrhr ne aber man sagt diewollten n hasen braten o___O
> *droplachflash* *Dich mit Hasenohren vorstellt*
> ALTER!!!! XD